Brunnen bohren: Immer Wasser im eigenen Garten

Einen Brunnen im eigenen Garten zu bohren, erfordert eine gute Planung. Denn nicht jeder Brunnen eignet sich auch für jeden Garten. Welche Unterschiede es gibt und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen, lesen Sie hier.

 

Ein Brunnen im eigenen Garten kann für viele Hausbesitzer auch heute noch eine vielversprechende Anschaffung sein. Mit der eigenen Wasserquelle kann man seinen Garten kostengünstig bewässern und je nach Bundesland das Wasser sogar zur WC-Spülung nutzen.

 

In früheren Zeiten hatten Brunnen einen ganz besonderen Stellenwert. Sie sicherten das Überleben eines ganzen Dorfes, indem sie die Einwohner mit Trinkwasser versorgten. Gleichzeitig galt die Wasserquelle auch als wichtiger Treffpunkt, um Kontakte zu knüpfen und Geschäfte zu tätigen. In der Regel handelte es sich dabei um einen Schachtbrunnen, eine Brunnenform, die heute kaum mehr gebaut wird. Dieser klassische Brunnentyp bestand aus einem breiten Schacht, der bis zum Grundwasser ausgehoben wurde. Die Wände waren gemauert und der Grund – die „Sohle“ – wurde mit Kies gefüllt. Das Brunnendach sollte Verschmutzungen vermeiden. Trotzdem gilt der Schachtbrunnen heutzutage als hygienisch bedenklich. Für Hobbygärtner eignet sich ein Schachtbrunnen aufgrund des großen Aufwandes nicht.

Dorfbrunnen

Drei verschiedene Brunnenarten

 

  • Rammbrunnen

Beim Rammbrunnen darf der Grundwasserstand nicht tiefer als sieben bis acht Meter unter der Erde sein, sonst ist keine Förderung von Wasser mehr möglich. Auch was die Fördermenge betrifft, kann der Rammbrunnen mit den anderen beiden Arten nicht mithalten. Als Richtwert gelten etwa 900 Liter pro Stunde und Filter, was bei doppelter Filterstrecke etwa 30 Liter pro Minute bedeutet. Zur Wasserförderung sollten ausschließlich Schwengelpumpen verwendet werden. Wer nämlich eine Gartenpumpe oder Hauswasserwerk einsetzt, muss mit einer deutlich geringeren Lebensdauer rechnen. Lediglich, wenn der Rammbrunnen in einer Kiesschicht ohne Feinanteile platziert wird, kann unter Umständen auch ein Betrieb mit Hauswasserwerk, ohne eine Reduzierung der Lebensdauer, erfolgen. Die deutlichen Vorteile eines Rammbrunnens sind der geringe Material- und Arbeitsaufwand sowie die vergleichsweise geringen Kosten. Außerdem kann man den Rammbrunnen mit den entsprechenden Werkzeugen sogar selber bohren. Hierzu wird ein  Stahlrohr, das mit einer Rammspitze und einem Rammbrunnenfilter mit Schlitzen oder Löchern versehen ist, in den Boden gerammt, bis die wasserführende Schicht im Boden erreicht ist.

 

  • Bohrbrunnen mit Hauswasserwerk

Bohrbrunnen mit Hauswasserwerk kommen besonders häufig im privaten Bereich vor. Dabei kann der Grundwasserstand auch mehr als als sieben bis acht Meter unter der Erde liegen. Wichtig ist, dass das Bohren fachmännisch erfolgt. Nur so kann sichergestellt werden, dass der Brunnen eine hohe Förderleistung besitzt. Rechnen Sie mit etwa 5.500 Litern pro Stunde. Außerdem bietet der Bohrbrunnen eine deutlich höhere Lebensdauer, die sich bei fachgerechter Bohrung über mehrere Jahrzehnte erstrecken kann. Bedenken Sie aber auch, dass aufgrund des erhöhten Aufwands die Kosten höher ausfallen.

 

  • Bohrbrunnen mit Tiefbrunnenpumpe

Wie bereits erwähnt, kann ein Bohrbrunnen auch Wasser aus tieferen Lagen nach oben fördern. Bei einem Bohrbrunnen mit einer Tiefbrunnenpumpe wird diese im Grundwasser oberhalb der Filterstrecke platziert. Dadurch besteht theoretisch keine Einschränkung hinsichtlich des Grundwasserstands. Lediglich die maximale Förderhöhe der Pumpe bedingt eine Beschränkung, doch diese wird eher selten erreicht. Bohrbrunnen mit Tiefbrunnenpumpe erreichen absolute Spitzenwerte von bis zu 17.000 Litern pro Stunde. Dementsprechend müssen Sie jedoch auch mit deutlich höheren Kosten rechnen.

 

Benötigt man eine Genehmigung fürs Brunnen bohren?

Die Genehmigungspflicht für Brunnen unterliegt den Kommunen und unterscheidet sich deshalb von Bundesland zu Bundesland. Grundsätzlich muss jedoch jeder Brunnen in Deutschland bei der zuständigen lokalen Behörde gemeldet werden. Normalerweise ist diese Anmeldung kostenlos.  Gelegentlich werden aber auch Bearbeitungsgebühren für die Erlaubnis verlangt.

Gut zu wissen: Die Genehmigungspflicht gilt nicht nur für neue Brunnen, sondern auch für die Wiederinbetriebnahme existierender Altbrunnen. Auch bauliche Änderungen müssen angemeldet werden.

Tipp: Die Behörden können in der Regel Auskunft über den jeweiligen Grundwasserspiegel geben. Aber auch im Internet finden Sie detaillierte und sogar tagesaktuelle Werte über die örtlichen Grundwasserstände.

Beachten Sie, dass das Entnehmen von Grundwasser kostenlos erlaubt ist, wenn dieses wieder im Erdreich versickert (zum Beispiel Gießwasser). Wird es jedoch als Brauchwasser verwendet, müssen Sie Abwassergebühren zahlen.

 

Brunnen bohren: Was kostet es?

Die Kosten eines Brunnens hängen immer von der erforderlichen Bohrtiefe, der Brunnenart und vom Bodengrund ab. So kann der Aufwand bei lehmigen Böden viel höher sein als bei sandigem Boden.

 

  • Rammbrunnen

Das Bohren eines Rammbrunnen kann man selber durchführen, was die Kosten deutlich reduziert. Für die Materialkosten muss man mit etwa 20 Euro pro Meter rechnen. Dazu kommen die Schwengelpumpe und sonstige Nebenkosten für Anschluss und benötigte Werkzeuge.

 

  • Bohrbrunnen mit Hauswasserwerk

Bei einem Bohrbrunnen mit Hauswasserwerk muss man eine Firma engagieren. Für das Bohren werden etwa 60 Euro pro Meter fällig und etwa fünf Euro Materialkosten pro Meter. Dazu kommen die Anschaffungskosten für ein Hauswasserwerk, welche je nach Jahreszeit zwischen 80 und 400 Euro schwanken. Behalten Sie die Preise auf alle Fälle im Auge und kaufen Sie das Gerät besser in der Nebensaison.

 

  • Bohrbrunnen mit Tiefbrunnenpumpe

Die Kosten für einen Bohrbrunnen mit Tiefbrunnenpumpe fallen am höchsten aus. So geht man von etwa 120 Euro pro Meter aus und Materialkosten von circa 20 Euro pro Meter. Dazu kommt noch die Tiefbrunnenpumpe mit 200 bis 400 Euro und Nebenkosten.

 

Unerwartete Kosten vermeiden

Vereinbaren Sie vorab mit dem Fachmann, wer für die Kosten aufkommt, wenn man beim Bohren auf größere Steine stößt und deshalb die Bohrung an anderer Stelle wiederholen muss. Auch Lehmschichten erhöhen den Aufwand. Fragen Sie demnach, wer für die zusätzlichen Kosten verantwortlich ist.

 

Kosten sparen

Einen Brunnen zu bohren ist immer eine Investition, die gut überlegt sein sollte. Während Sie bei einem Rammbrunnen den größten Teil selber machen können, ist dies bei Bohrbrunnen deutlich schwerer. Sie können aber zum Beispiel die Firma fragen, ob Sie mit einem Erdbohrer bereits bis zum Grundwasser durchbohren können.

Vergessen Sie auch nicht, dass die Pumpe Strom benötigt. Ein Vergleich der unterschiedlichen Stromanbieter kann hier auf lange Sicht Kosten sparen.

 

Brunnen winterfest machen

Wenn der Herbst langsam dem Ende zugeht, ist es Zeit, den Brunnen winterfest zu machen. Leeren Sie zunächst alle Behälter, die Wasser enthalten und drehen Sie die Wasserzufuhr ab. Achten Sie auch darauf, dass alle Wasserleitungen leer sind und verstauen Sie die Unterwasserpumpe in einem Behälter mit Wasser an einem frostfreien Lagerort. Falls es sich um eine Außenpumpe handelt, die trocken gelagert werden muss, sollten Sie die Dichtungen vor dem Einlagern besonders gut pflegen, um ein Austrocknen im Winter zu vermeiden. Bei einer eingebauten Pumpe muss diese frostbeständig mit einer dämmenden Hülle wie Styropor und einer zusätzlichen Abdeckung winterfest gemacht werden.

 

Quelle

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