Bio-Waschmittel aus der Natur selber machen

Fragst du dich auch manchmal, wie unsere Vorfahren gelebt und die Herausforderungen des Alltags gemeistert haben? Ohne Strom, Supermärkte und Smartphones? Das Leben vor noch nicht einmal 50 oder 100 Jahren war bestimmt anstrengend, aber vielleicht in mancher Hinsicht auch einfacher und bestimmt natürlicher.

 

Die Waschmaschine nimmt uns heutzutage viel Arbeit ab, aber die üblichen Waschmittel sind meist nicht sehr umweltfreundlich und immer mehr Menschen reagieren allergisch auf enthaltene Chemikalien. Grund genug, sich mit natürlichen Alternativen zum Waschen auseinander zu setzen. Die Natur hält einige Pflanzen bereit, die man früher zum Wäschewaschen genutzt hat und das Interesse an ihnen steigt wieder.

 

Viele Pflanzen bilden organische Verbindungen, die in Wasser gelöst Schaum bilden und eine seifenartige Wirkung haben. Diese Substanzen werden Saponine genannt und sind unter anderem in Kastanien, Efeu- und Birkenblättern enthalten. Den Pflanzen dienen sie zum Selbstschutz und zur Schädlingsabwehr, weshalb sich daraus sogar natürliches Pflanzenschutzmittel herstellen lässt. Außerdem sind sie ideal geeignet fürs Wäschewaschen und andere Reinigungsaufgaben im Haushalt.

 

 

1. Wäsche waschen mit Kastanien

Wusstest du, dass man mit Kastanien Wäsche waschen kann? Genau wie die Schalen der indischen Waschnuss enthalten die braunen Samen der Rosskastanie sehr viele Saponine, die eine hervorragende Seifenlauge bilden. Pro Waschladung werden fünf bis acht Kastanien benötigt:

 

  1. Kastanien in Viertel oder besser in noch kleinere Stücke schneiden.
  2. Für Weißwäsche die braunen Schalen entfernen, bei dunkler und bunter Wäsche ist das nicht nötig.
    Kastanienstücke in ein Glas geben mit 300 ml Wasser übergießen. Im Wasser lösen sich die Saponine aus den Kastanien.
  3. Geviertelte Kastanien sollten ungefähr acht Stunden ziehen. Je kleiner die Stücke sind, umso kürzer ist die benötigte Ziehzeit.
  4. Lauge durch ein Sieb ins Waschmittelfach der Waschmaschine schütten, so dass keine Stückchen in die Maschine gelangen.

 

Die Kastanien kannst du bis zu dreimal wiederverwenden.

Kastanien sind sehr anfällig für Schimmel und sollten immer trocken gelagert werden. Da die Samen aber nach dem trocknen sehr hart sind und schwer zu verarbeiten, empfiehlt sich das Herstellen von Rosskastanienpulver. Hierzu sammelst du im Herbst zwei bis vier Kilogramm Kastanien, zerkleinerst sie mit einer Küchenmaschine und trocknest sie.

Das Pulver lässt sich leicht lagern, ist schnell dosiert und lässt sich für viele andere Anwendungen nutzen! Ein riesen Vorteil des Kastanienpulvers ist, dass sich die Saponine schneller herauslösen. Gib einfach zwei bis vier Esslöffel Kastanienpulver in ein Glas und übergieße es mit 300 ml Wasser. Nach ungefähr 30 Minuten ist dein Waschmittel einsatzbereit.

Für tierische Fasern wie Wolle und Seide solltest du auf Zugabe von Soda verzichten, da es die Fasern aufquellen lässt, und nur Kastanien verwenden.

 

 

2. Waschen mit Efeu

Die Blätter des gemeinen Efeus enthalten ebenfalls Saponine und sind das ganze Jahr über verfügbar. Für eine Waschladung genügt eine Handvoll Efeu-Blätter:

  1. Blätter ein paar mal durchreißen oder zerschneiden.
  2. In eine Socke geben und diese verknoten.
  3. Zur Wäsche in die Trommel geben.

Flecken können mit Waschsoda vorbehandelt werden. Bei Seide und Wolle empfiehlt sich jedoch die Verwendung von Natron.

 

 

3. Mit Birkenblättern waschen

Ebenso wie Efeublätter kannst du auch die dunkelgrünen Blätter der Birke verwenden. Sie enthalten auch Saponine und können genauso angewandt werden wie Efeu. Birke ist als alternatives Waschmittel besonders interessant für Menschen, die auf Efeu allergisch reagieren.

 

 

4. Seifenkraut zum Waschen nutzen

Der Name des Seifenkrauts sagt schon viel über dessen Eigenschaften aus. Schon in der Jungsteinzeit wurde es als Waschmittel genutzt und kann auch heute noch zur Körperreinigung, zum Wäschewaschen sowie zur Vorbehandlung von Flecken verwendet werden.

Das weißlich-violett blühende Kraut ist von März bis Oktober vielerorts zu finden und kann leicht als Waschmittel eingesetzt werden:

 

  1. 100 g Seifenkraut (Wurzel und Blätter) säubern und kleinschneiden.
  2. In 500 ml Wasser erhitzen und 30 Minuten köcheln lassen.
  3. Abkühlen und zwei Stunden ziehen lassen.
  4. Mit einem Pürierstab oder Mixer gründlich zerkleinern.
  5. Durch einen Kaffeefilter gießen und die Flüssigkeit ins Waschmittelfach geben.

 

 

Optional kannst du am Ende noch etwa 200 Milliliter Brennspiritus oder während des Erhitzens bis zu 50 Gramm Kernseife dazugeben.

 

 

Natürlich waschen

Du siehst, die Natur bietet zahlreiche verschiedene Möglichkeiten, natürlich und ohne giftige Chemikalien zu waschen! Anders als konventionelle Waschmittel geben die vorgestellten Anwendungen der Wäsche keinen zusätzlichen Duft, das ist eigentlich auch vollkommen in Ordnung. Der Geruch von “frischer Wäsche” bei Anwendung herkömmlicher Waschmittel ist nicht mehr als ein kleiner Marketing-Trick, mit der Waschleistung hat das gar nichts zu tun.

Wenn du dennoch einen frischen Geruch bevorzugt, kannst du einige Tropfen eines ätherischen Öls zum Waschmittel oder besser zum Weichspüler hinzugeben.

 

 

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